Lebenslauf

  • 2007–2012 Studium der Rechtswissenschaft mit fachspezifischer Fremdsprachenausbildung (FFA) Englisch an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • Juli 2012 Erste Juristische Staatsprüfung
  • 2012–2015 Promotionsstudium zu dem Thema „Korruption in Volksvertretungen“ bei Professor Dr. Dr. h.c. Klaus Volk, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2012–2014 Leiterin von Arbeitsgemeinschaften und Korrekturassistenz bei Professorin Dr. Petra Wittig, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2012–2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Wirtschaftsstrafrecht bei Dr. Norbert Scharf, Kanzlei Grub Brugger
  • 2014 Gastwissenschaftlerin an der juristischen Fakultät der University of California, Berkeley
  • 2015–2017 Rechtsreferendariat, Landgericht Düsseldorf
  • 2016–2022 Studium der Philosophie an der FernUniversität Hagen
  • 2016 Verleihung der Doktorwürde durch die Ludwig-Maximilians-Universität München und Auszeichnung mit dem Fakultätspreis der Juristischen Fakultät
  • Mai 2017 Zweite Juristische Staatsprüfung
  • 2017–2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Wirtschaftsstrafrecht bei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP und Hengeler Mueller
  • Seit März 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Habilitandin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie (Prof. Dr. Armin Engländer) der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Seit Oktober 2018 Akademische Rätin a.Z.
  • Juni 2022 Masterabschluss Philosophie (Master of Arts)


  • Internationale Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) Deutsche Sektion e.V.
  • Junges Forum Rechtsphilosophie (JFR)
  • Junges Strafrecht e.V.
  • Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)

Veröffentlichungen

  • Korruption in Volksvertretungen. Eine Untersuchung zu ihrer strafrechtlichen Bekämpfung unter besonderer Berücksichtigung des § 108e StGB. Baden-Baden, 2017 (ausgezeichnet mit dem Fakultätspreis 2016 der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München).
  • Strafe und Kommunikation. Zur Aktualität der Straftheorie G.W.F. Hegels. Tübingen, im Erscheinen.
  • §§ 44-46 (Raubdelikte), in: Busch/Wegner/Zech (Hrsg.), Strafrecht Besonderer Teil. Ein Lehrbuch. Open-Access-Projekt von OpenRewi e.V., wikibooks. Online abrufbar hier. Erscheinen als Print geplant.

  • Strafrecht im Angesicht der Digitalisierung (mit Alessandro Giannini, Victoria Ibold, Georg Köpferl, Karin Neßeler, Laura Neumann, Tanja Niedernhuber und Thomas Steenbreker). Tagungsband des 8. Symposiums des Jungen Strafrechts e.V. Baden-Baden 2022.
  • Cyberkriminalität. Aktuelle Herausforderungen für Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Wissenschaft. München 2022 (DOI: 10.5282/ubm/epub.92172).
  • Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts (mit Nina Schrott). Baden-Baden 2023 (DOI:10.5771/9783748935162).
  • Zeitliche Dimensionen und Kritische Theorie(n) des Rechts (mit Sonja Heimrath, Esther Neuhann, Tanja Niedernhuber, Thomas Steenbreker, Claudia Wirsing). Tagungsband der 28. Tagung des Jungen Forums Rechtsphilosophie. Stuttgart 2023.
  • Hegels Rechtsphilosophie im Kontext der Phänomenologie des Geistes. Themenheft der Zeitschrift für die Grundlagen des Rechts (RphZ) (mit Michael W. Müller). Baden-Baden 2023.

  • Neuer Beitrag, neues Programm! Die Haushaltsabgabe und der Funktionsauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Rescriptum 2013/1, S. 33-38.
  • Die Verständigung im Strafprozess. Mauschelei vor deutschen Gerichten oder notwendige Beschleunigung des Strafverfahrens? Rescriptum 2013/2, 131-136.
  • Aus der Rechtsprechung zu den EU-Grundrechten. Rescriptum 2014/1, 26-30.
  • Angriff der zivilen Drohnen – ist das Strafrecht gewappnet? Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) 2017, 662-669 (Link zum Beitrag).
  • Anwesenheitsrechte bei der Durchsicht gemäß § 110 StPO: Bekämpfung der Risiken und Nebenwirkungen einer übermächtigen Ermittlungsmaßnahme. Neue Zeitschrift für Wirtschafts-, Steuer-und Unternehmensstrafrecht (NZWiSt) 2017, 465-473.
  • Die Mittäterschaft gem. § 25 II StGB und ihre Herausforderungen in der Fallbearbeitung, Juristische Schulung (JuS) 2020, 731-736 (mit Anna Bildner).
  • Symbolisches Strafrecht? Juristische Rundschau (JR) 2020, 414-420.
  • Das Volkswahlrecht und der Umgang mit parlamentarischer Korruption in Deutschland. Eine wechselvolle Geschichte, DER STAAT 59 (2020), 513-544.
  • Criminal Liability for Corruption in German Parliaments, in: Valarini/Pohlmann/Mitra, Political Corruption and Organizational Crime, 2021, S. 375-387.
  • Die teleologische Struktur der §§ 249, 250 StGB, Goltdammer's Archiv für Strafrecht (GA) 2022, S. 78-94.
  • Das Verwenden einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs beim Raub gemäß § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB – Die Strukturelemente des Qualifikationstatbestands und die tatsächliche Komponente des Verwendens. Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft (ZStW) 134 (2022), S. 149-199.
  • Die Strafbarkeit von Cyberkriminalität im aktuellen Strafrecht, in: Peters (Hrsg.), Cyberkriminalität. Aktuelle Herausforderungen für Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Wissenschaft, 2022, S. 1-28 (DOI: 10.5282/ubm/epub.92172).
  • Ein allgemeiner Korruptionstatbestand?, in: Zimmermann (Hrsg.), Korruptionsstrafrecht. Unerforschtes Terrain und neue Wege. Baden-Baden 2023, S. 15-30 (doi.org/10.5771/9783748933304).
  • Digitalisierung der Strafe? Das Potential der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (EAÜ). In: Yao/Ruppert (Hrsg.), Die Rechtsfolgen der Tat. Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen. Baden-Baden 2023, S. 111-130.
  • „…habe ich in der Phänomenologie des Geistes abgehandelt“. Zur Relevanz von G.W.F. Hegels Phänomenologie des Geistes für das Verständnis seiner Rechtsphilosophie (mit Michael W. Müller). Rechtsphilosophie – Zeitschrift für die Grundlagen des Rechts (RphZ) 3/2023, S. 221-228 (https://doi.org/10.5771/2364-1355-2023-3-221).
  • Vom Handeln und der Unschuld. Zeitschrift für die Grundlagen des Rechts (RphZ) 3/2023, S. 268-281 (https://doi.org/10.5771/2364-1355-2023-3-268).
  • Die Objektivität juristischer Erkenntnis. Implikationen von Max Webers Wissenschaftstheorie für die Rechtswissenschaft. In: Peters/Schrott (Hrsg.), Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts. Baden-Baden 2023, S. 35-57 (DOI:10.5771/9783748935162).
  • Das Schweigen der Tat? Von der Notwendigkeit des Handelns in Hegels Geist- und Rechtsphilosophie. In: Rieger/Stahl/Glassner (Hrsg.), 10 Minuten Soziologie: Schweigen. Bielefeld, im Erscheinen.
  • Fairness von KI – ein Brückenschlag zwischen Philosophie und Maschinellem Lernen (mit Ludwig Bothmann). In: Rathgeber/Maier (Hrsg.), Grenzen Künstlicher Intelligenz. Darmstadt, im Erscheinen.
  • Das beschleunigte Verfahren gestern und heute. Zur Aktualität der Kritik Richard Martin Honigs. In: Dölling/Hirsch/Rennicke: Richard Martin Honig. Prägender Göttinger (Straf-)Rechtswissenschaftler? Baden-Baden, im Erscheinen.
  • Wie aktuell ist Hegels Straftheorie? In: Abraham/Brecher/Hirsch (Hrsg.), Vernünftiges Strafen? Zur Gegenwart des Deutschen Idealismus in der Straftheorie. Im Erscheinen.
  • Fairness als Qualitätskriterium im Maschinellen Lernen – Rekonstruktion des philosophischen Konzepts und Implikationen für die Nutzung außergesetzlicher Merkmale bei qualifizierten Mietspiegeln (mit Ludwig Bothmann). Wirtschafts- und Sozialstatistisches Archiv (AStA), im Erscheinen.
  • What is Fairness? Philosophical Considerations and Implications For FairML (mit Ludwig Bothmann, Bernd Bischl). ArXiv:2205.09622 [Cs, Stat] 2023 (doi.org/10.48550/arXiv.2205.09622). Im Peer-Review-Verfahren.

  • Anmerkung zu BGH 2 StR 557/18, Urteil vom 26.11.2019 (Vorwurf fahrlässiger Tötung gegen Vollzugsbedienstete). Neue Juristische Wochenschrift (NJW) 2020, 2128-2129.
  • Anmerkung zu BGH 5 StR 256/20, Beschluss vom 11.11.2020 (Geburtsbeginn bei operativer Entbindung), Neue Zeitschrift für Strafrecht (NStZ) 2021, 492-494.

  • Fortgeschrittenenklausur - Strafrecht: Konflikte mit der "BRD-GmbH", Juristische Schulung (JuS) 2019, 33-39.
  • Anfängerklausur - Strafrecht: Der gut betuchte Professor, Juristische Schulung (JuS) 2020, 328-333.
  • Fortgeschrittenenklausur - Strafrecht: Auf dem E-Scooter durch die Nacht, Zeitschrift für das Juristische Studium (ZJS) 2021, 206-212 (Link zum Beitrag).
  • Klausur Strafrecht: Lebensgefährlicher Klimaprotest. Juristische Arbeitsblätter (JA) 2024, S. 30-38.

  • Carsten Herresthal/Johannes Weiß, Fälle zur Methodenlehre – Die juristische Methode in der Fallbearbeitung. München 2020. Juristische Schulung (JuS) 12/2021, 25.

  • Interview mit VorsRiBGH a.D. Prof. Dr. Thomas Fischer. „Jura ist leicht, aber auch saumäßig schwer.“ Ad Legendum 4/2017, 344-352 (mit Christopher Danwerth).
  • "Ein stumpfes Schwert. Warum die neuen Transparenzregeln für die Mitglieder des Deutschen Bundestages kaum etwas ändern dürften", Verfassungsblog, 22.6.2021 (Link zum Beitrag).
  • Stellungnahme zu Drucksache 19/3037 – "§ 108e StGB (Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern) verschärfen" – für den Innen- und Rechtsausschuss des Landtags Schleswig Holstein (Link zum Beitrag).
  • "Enissa Amani und die AfD. Beleidigung gegen Volksverhetzung?" Interview mit BR KulturBühne vom 19.11.2021.

  • "Criminal Liability for Corruption in German Parliaments", Vortrag auf der Tagung "Corporate Crime and Illegal Party Financing in a Comparative Perspective. The Role of Regulation and Self-Regulation" an der Universität Heidelberg, veranstaltet durch das Institut für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht, das Institut für Kriminologie, das Max-Weber-Institut für Soziologie, das Institut für Politische Wissenschaft und das South Asia Institute, 19.-21. September 2019.
  • "Ein allgemeiner Korruptionstatbestand", Vortrag auf der Tagung "Korruptionsstrafrecht: Unerforschtes Terrain und neue Wege" an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Trier, 16.9.2021 (Tagungsbericht in KriPoZ 2021, 374-377).
  • "Cyberkriminalität im aktuellen Strafrecht", Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe "Cyberkriminalität. Aktuelle Herausforderungen für Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Wissenschaft" an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 18.11.2021.
  • "Cybercrime. Herausforderungen im digitalen Zeitalter", Vortrag bei der European Law Student’s Association, 24.11.2021.
  • "Die Mandatsträgerbestechung (§ 108e StGB), Vortrag an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg, 18.1.2022.
  • "Richard Martin Honig zum beschleunigten Verfahren", Vortrag auf der Tagung "Richard Martin Honig (1890-1981). Prägender Göttinger (Straf-)Rechtswissenschaftler?" an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen, 7.6.2022.
  • "Hegels Rechtsphilosophie im Kontext – Bezüge zwischen der Phänomenologie des Geistes und den Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (mit Michael W. Müller), Auftaktvortrag zum Hegel-Symposium an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2.9.2022.
  • "Digitalisierung der Strafe? Das Potential der elektronischen Aufenthaltsüberwachung“, Vortrag auf der Tagung „Die Rechtsfolgen der Tat. Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen“ an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, 24.9.2022
  • "Die Objektivität juristischer Erkenntnis", Vortrag auf der Tagung "Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts" an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, 13.10.2022 (Tagungsbericht in JZ 2023, 248-250 und Rechtswissenschaft (RW) 2023, S. 96-106).
  • "Da müssen einfach mal höhere Strafen her!?' Kriminalität in Deutschland", Vortrag im Grundkurs Strafrecht an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, 4.11.2022.
  • "Das Schweigen der Tat? Von der Notwendigkeit des Handelns in Hegels Geist- und Rechtsphilosophie“, Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Passauer 10 Minuten zum Thema Schweigen“, einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe der rechtswissenschaftlichen und philosophischen Fakultät sowie der Forschungsstelle für Rechtsfragen der Digitalisierung an der Universität Passau, 9.11.2022.
  • "Implikationen von Max Webers Wissenschaftstheorie für die Rechtswissenschaft", Vortrag auf dem Workshop Privatrecht an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, 8.2.2023.
  • "Wie aktuell ist Hegels Straftheorie?", Vortrag auf der Tagung "Vernünftiges Strafen? Die Gegenwart des Deutschen Idealismus in der Straftheorie" am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg, 27.10.2023.

Neue Strafrechtswissenschaft (NSW)

Die neue Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review Verfahren

Die „Neue Strafrechtswissenschaft“ (NSW) ist eine quartalsmäßig erscheinende, kostenlose Open-Access-Online-Zeitschrift, in der wissenschaftliche Beiträge zu grundlegenden Fragestellungen des deutschen, europäischen und internationalen Strafrechts veröffentlicht werden. Die Zeitschrift richtet sich an die gesamte deutschsprachige Strafrechtscommunity und möchte eine Lücke im Bereich der Rechtswissenschaft schließen, indem sie als erste deutsche Strafrechtszeitschrift Open Access und Peer-Review (double blind) konsequent miteinander verbindet.

Die Herausgeberschaft übernehmen die Gründungsmitglieder PD Dr. Victoria Ibold, Dr. Kristina Peters, M.A., Dr. Nina Schrott und Dr. Thomas Steenbreker.

Durch einen Pool an hochkarätigen Peer-Reviewer:innen wird sowohl die Qualität der veröffentlichten Beiträge sichergestellt als auch eine diskriminierungsfreie Beitragsauswahl gewährleistet. Gleichzeitig verkürzen der Online-Zuschnitt und eine übersichtliche Zeichenbegrenzung von 35.000 Zeichen für Aufsätze und 8.000 Zeichen für Entscheidungsanmerkungen und Rezensionen die Zeitspanne bis zur Veröffentlichung erheblich. Dies soll dem Trend zu überlangen Beiträgen entgegenwirken, der nicht nur den Veröffentlichungsprozess in die Länge zieht, sondern insbesondere einem zügigen Lesen hinderlich ist. Mit diesem Anliegen greift die NSW einen internationalen Trend auf, der etwa von der Harvard Law Review initiiert wurde und den inzwischen viele weitere amerikanische Law Journals weitertragen.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Zeitschrift liegt auf der wissenschaftlichen Diskussion grundlegender Fragestellungen des deutschen, europäischen und internationalen Strafrechts. Hierunter fallen insbesondere Abhandlungen zur Strafrechtsdogmatik, Strafrechtsgeschichte, (Straf-)Rechtsphilosophie und zum Strafprozessrecht. Daneben möchte die Zeitschrift ausdrücklich auch ein Forum für ausgewählte Beiträge bieten, die das Nebenstrafrecht bzw. interdisziplinäre Gebiete betreffen, wie das Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, das Jugendstrafrecht, die Kriminologie und die Rechtssoziologie.

Hier finden Sie Informationen zu der Neuen Strafrechtswissenschaft (NSW)

Veranstaltungsreihen

"Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts"

Rechtsklugheit (iurisprudentia) oder Rechtswissenschaft (iuris scientia)? Als Rechtswissenschafterinnen und Rechtswissenschaftler beschäftigen wir uns tagtäglich mit ihr – mit der „Wissenschaft des Rechts”. Aber wie wissenschaftlich ist die Rechtswissenschaft wirklich? Was unterscheidet sie, die Rechtswissenschaft – oder sind es gar die Rechtswissenschaften? – von anderen Einzelwissenschaften und was sind verbindende Elemente? Worin besteht ihr originärer Erkenntnisgegenstand und mittels welcher Methoden lässt sich dieser erschließen?

Ausgehend von diesen Überlegungen veranstalteten Dr. Kristina Peters und Dr. Nina Schrott vom 13. bis 14.10.2022 an der LMU mit Nachwuchswissenschaftler:innen aller Fachsäulen einen Workshop zu dem Thema "Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts".

In diesem Rahmen wurde sich gemeinsam mit anderen rechtsphilosophisch interessierten NachwuchswissenschaftlerInnen auf die Suche nach den ontologischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Rechtswissenschaft begeben. Denn obwohl die oben aufgeworfenen Fragen den absoluten Kernbereich dessen betreffen, was unser aller „Kerngeschäft” darstellt, spielt ihre wissenschaftstheoretische Durchdringung und Beantwortung weder in der Grundlagendiskussion noch in der interdisziplinären Debatte eine dieser Bedeutung auch nur ansatzweise gerecht werdende Rolle. Stattdessen – so hat es bisweilen den Anschein – wird die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Jurisprudenz entweder angesichts ihrer institutionellen Etabliertheit vorschnell bejaht oder aber als akademisches Glasperlenspiel begriffen, welches gekünstelte Fragestellungen einer zwar womöglich rechtstheoretisch fundierten, aber für die Rechtspraxis dennoch weitgehend irrelevanten Lösung zuführt. Tatsächlich geht es in diesem Zusammenhang aber um nicht weniger als die Teilnahme der Jurisprudenz an der Rationalität der Wissenschaften und deren besonderen Erkenntnismethoden: Verhandelt wird damit letztlich, ob es die rechtswissenschaftliche Disziplin vermag, verlässliche Aussagen hervorzubringen.

Die Veranstaltung fand nach Art eines Workshops in kleinem Kreis statt, sodass in entspannter Atmosphäre intensiv zu den einzelnen Fragen gearbeitet und diskutiert werden konnte. Ausgangspunkt waren jeweils “Impulstexte”, die in Gestalt eines gemeinsamen Textapparats vorab allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt wurden und zu denen jeweils ein/e Vortragende/r einen etwa 30minütigen Vortrag hielt. Hiervon erhofften die Veranstalterinnen sich konstruktive und zielführende Diskussionen – und wurden nicht enttäuscht. Zudem bot die Tagung eine Gelegenheit, bei der sich der rechtstheoretisch und an den Grundlagen des Rechts interessierte Nachwuchs fachsäulenübergreifend kennenlernen und vernetzen konnte.

Die Ergebnisse des Workshops werden zeitnah in einem Tagungsband veröffentlicht.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an wissenschaftstheorie@jura.uni-muenchen.de.

Block 1: Die Rechtswissenschaft im System der Wissenschaften

  • Markus Abraham (Hamburg): Wahrheit, Wissenschaft, Recht
  • Kristina Peters (München): Die Objektivität juristischer Erkenntnis
  • Alexander Stark (Hamburg): Ethischer Realismus und die Suche nach moralischen Wahrheiten
  • Bettina Rentsch (Berlin): Kritische Rechtswissenschaft: Kritik der Rechtswissenschaft oder kritische Rechtspraxis

Block 2: Das wissenschaftstheoretische Fundament der juristischen Methodik – Bedingungen der Möglichkeit von Recht

  • Philipp-Alexander Hirsch (Göttingen): Recht, Sprache und Interpretation
  • Amadou Korbinian Sow (Berlin): Die Rolle der Intention für die Bedeutung
  • Jannis Lennartz (Berlin): Dogmatik durch konstruktive Rechtswissenschaft
  • Rike Sinder (Freiburg): Subsumtion – Zwischen Technik und Theorie
  • Nina Schrott (München): Fehlleistungen im Recht?!

Symposium zu den Bezügen zwischen Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts und der Phänomenologie des Geistes

Gemeinsam mit Juniorprofessor Dr. Michael Müller von der Universität Mannheim wurde ein Forschungsprojekt zu den Bezügen zwischen Hegels Phänomenologie des Geistes und den Grundlinien der Rechtsphilosophie durchgeführt, das durch die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert wurde. Das Forschungsprojekt schloss mit einem Symposium im September 2022 ab.

Die Ergebnisse des Projekts werden zeitnah in einem Sonderheft der Zeitschrift Rechtsphilosophie (RphZ) veröffentlicht.

Aktuell wird heftig diskutiert, inwieweit das derzeitige Strafrecht den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht wird. Gerade in der jüngeren Vergangenheit haben vielfältige gesetzgeberische Aktivitäten zu einer hohen Dynamik in dem sonst eher trägen Bereich strafrechtlicher Normen geführt. Auch ist zu erwarten, dass viele der Studierenden, die momentan an der LMU ausgebildet werden und sich für einen Beruf mit strafrechtlichem Einschlag entscheiden – sei es bei der Staatsanwaltschaft, einem Gericht, einem Ministerium, in der Strafverteidigung oder einer NGO – in ihrem Berufsleben mit den Konsequenzen konfrontiert werden, welche die voranschreitende Digitalisierung im Bereich des Strafrechts hat.

Für eine umfassende Perspektive auf die Phänomenbereiche von und den Umgang mit Cyberkriminalität wurden im Rahmen einer Vortragsreihe im Wintersemester 2021/2022 einschlägige Fachkenntnisse aus den Bereichen Rechtswissenschaft, Ermittlungsarbeit und Rechtspolitik zusammengeführt. So hat sich die Vortragsreihe u.a. mit der Arbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten und Interessenvertretungen befassen. Zum Abschluss wurde die Perspektive gewechselt und gefragt, inwieweit die voranschreitende Digitalisierung nicht nur eine Bedrohung darstellt, sondern bei der Verfolgung von Straftaten behilflich sein kann.

Die Veranstaltung richtete sich sowohl an Studierende als auch an interessierte WissenschaftlerInnen sowie Externe. Die Vorträge fanden über Zoom statt; im Anschluss wurde jeweils die Möglichkeit zur Diskussion mit dem/der Vortragenden gegeben.

Sammelband

Die Vortragsreihe wurde mit dem letzten Vortrag am 8.2.2022 beendet. Die Ergebnisse der Reihe wurden in einem Open-Access-Sammelband veröffentlicht.

Bei Fragen wenden Sie sich per E-Mail an: cyberkriminalitaet@jura.uni-muenchen.de.

Programm

2.11.2021, 18 Uhr c.t.
Cybercrime: Absurde Mythen und bittere Realität
Linus Neumann, Chaos Computer Club

18.11.2021, 16 Uhr c.t.
Cyberkriminalität im aktuellen Strafrecht
Dr. Kristina Peters, LMU München, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie

9.12.2021, 16 Uhr c.t.
Modi Operandi im Netz – Polizeiliche Ermittlungen gegen Cyberkriminalität
Florian Kreikemeyer, Bundeskriminalamt, Abteilung Cybercrime

13.1.2022, 16 Uhr c.t.
Missbrauchsdarstellungen und sexueller Missbrauch im Netz – Ein Blick aus der Praxis
Thomas Goger, Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, Zentralstelle Cybercrime Bayern, Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet

25.1.2022, 18 Uhr c.t.
Digitale Gewalt – Möglichkeiten und Herausforderungen bei ihrer Bekämpfung
Josephine Ballon, Head of Legal, HateAid gGmbH
HateAid bietet Beratungen und Prozesskostenhilfe für Betroffene von digitalen Beleidigungen und Hassnachrichten an. Die gemeinnützige GmbH vertrat etwa Renate Künast (MdB) und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

8.2.2022, 18 Uhr c.t.
Künstliche Intelligenz in der Strafverfolgung
Dr. Ludwig Bothmann, LMU München, Institut für Statistik, Lehrstuhl für Statistical Learning and Data Science

Podcast-Aufnahmen der vergangenen Veranstaltungen

Vortrag 1: Linus Neumann - "Cybercrime: Absurde Mythen und bittere Realität"

Vortrag 2: Dr. Kristina Peters - "Cyberkriminalität im aktuellen Strafrecht

Vortrag 3: Bundeskriminalamt - "Modi Operandi im Netz – Polizeiliche Ermittlungen gegen Cyberkriminalität"

Der Vortrag des BKA wurde nicht aufgezeichnet. Informationen und einen Kurzfilm zur Arbeit der Einheit "Cybercrime" finden Sie auf folgender Seite: https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Cybercrime/cybercrime_node.html

Vortrag 5: Josephine Ballon, HateAid - "Digitale Gewalt – Möglichkeiten und Herausforderungen bei ihrer Bekämpfung"

Vortrag 6: Dr. Ludwig Bothmann, LMU München, Institut für Statistik - "Künstliche Intelligenz in der Strafverfolgung"

Veranstaltungen

  • Examinatorium Rechtsphilosophie im Schwerpunktbereich 1
  • Examinatorium Wirtschaftsstrafrecht im Schwerpunktbereich 2
  • Grundlagenseminar "'Critical Race Theory'? – Zwischen politischem Kampfbegriff und rechtsphilosophischer Debatte über Rassismus und Recht"

Übersichten