Der Frankfurt Investment Arbitration Moot Court (FIAMC) ist ein internationaler Studentenwettbewerb auf dem Gebiet der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit. Er wird seit 2007 durch das Merton Zentrum für europäische Kooperation und Wirtschaftsordnung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt organisiert. Das Teilnehmerfeld besteht aus zwei- bis vierköpfigen Teams von etwa 40 Universitäten und ist ausgesprochen international.
Bei den in Frankfurt stattfindenden mündlichen Verhandlungen wird ein Verfahren simuliert, in dem ein privater Investor auf Grundlage eines Investitionsschutzabkommens Ansprüche gegen einen Staat geltend macht. Kläger und Beklagter werden jeweils von den Teilnehmern vertreten, die im Wechsel ihre Plädoyers in englischer Sprache vortragen. Die Tribunale sind hochkarätig mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis besetzt.
Der Sachverhalt ist traditionell um historische Ereignisse gewoben, zielt aber auf aktuelle Probleme ab und ist auf Grundlage des heute geltenden Rechts zu behandeln. Die Teilnehmer arbeiten sich deshalb einerseits in das internationale Investitionsrecht, andererseits in das internationale Schiedsrecht ein. Da keine vollständigen Schriftsätze ausgearbeitet werden, konzentriert sich die Vorbereitung unmittelbar auf die mündlichen Verhandlungen.
Die Betreuung des Teams der LMU erfolgt durch den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Walter. Die gut mit dem laufenden Studium zu vereinbarende Teilnahme ist vor allem für Studenten vorgesehen, die bereits in anderen Moot Courts Erfahrung gesammelt haben.
Mehr Informationen unter: www.investmentmoot.org
Auch in der 18. Edition des Frankfurter Investment Arbitration Moot Courts nahm ein Team der LMU bestehend aus Julian Kieferle, Florian Bischoff, Lea Reischl und Gordon Vogt teil.
Der diesjährige Sachverhalt behandelte die „Black Tom Explosion“ von 1916, die zur Zerstörung von gelagerten und Transport erwarteten Munitionen und Waffen im Hafen von New York führte. Als Folge leitete ein russischer Investor der dort ansässigen Eisenbahngesellschaft ein schiedsgerichtliches Verfahren gegen die USA auf Grundlage des „Protocol of Friendship“ zwischen den USA und Russland ein und erhob Vorwürfe der fahrlässigen Verantwortung an seinen daraus resultierenden Verlusten.
Neben prozessualen Fragen schiedsgerichtlicher Verfahren, war auch die Interpretation Bilateraler Investmentabkommen, eine völkerrechtswidrige Entziehung der Nationalität, Schadensberechnungen, sowie die Zulässigkeit verschlüsselter Spionage Dokumente Thema des Moot Courts.
Nach der Zusammenstellung des Teams Anfang des Jahres folgte eine intensive Auseinandersetzung der Teilnehmer mit dem Sachverhalt und den darin aufgeworfenen rechtlichen Fragen. Außerdem nahm das Team regelmäßig an Rhetorik Trainings teil, um ihre rhetorischen Skills für den Wettbewerb vorzubereiten. Wir danken auch allen Kanzleien, die uns im Rahmen eines Probepleadings bei ihnen begrüßt haben, sowie allen Universitäten, gegen die wir dabei antreten und üben durften.
Anfang Juni hatte die LMU schließlich die Chance am DLA Piper Pre-Moot in Rom teilzunehmen und sich das erste Mal in einem Wettbewerbssetting mit anderen Universitäten zu messen. Neben einer tollen Erfahrung konnte die LMU noch letzte wichtige Erkenntnisse für den in der Woche darauf folgenden Wettbewerb mitnehmen.
Die International Rounds des Frankfurt Investment Arbitration Moot Courts fanden vom 09. bis 12. Juni in Frankfurt in diversen Kanzleiräumlichkeiten statt. In den Vorrunden trat das Team der LMU erfolgreich gegen die University of Cambridge, die Caspian University aus Almaty, sowie die Maharashtra University aus Nagpur an. Schließlich konnte sich die LMU im Viertelfinale gegen die University of International Business and Economics Beijing und anschließend im Halbfinale gegen die Universität Wien erfolgreich durchsetzen. Im Finale der Competition musste sich das Team der LMU knapp den Siegern der University of Cambridge geschlagen geben.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Lehrstuhl für Völkerrecht und dem Verein Alumni und Freunde des Lehrstuhls e.V. für die freundliche Unterstützung. Das Team dankt auch den Organisatoren Aurelius Cotta sowie allen Kanzleien, die das Team finanziell oder durch Probe-Pleadings unterstützt haben: Orrick, CMS, Freshfields, Hogan Lovells, Gleiss Lutz und Seven Summits Arbitration.
Der FIAMC war eine großartige Erfahrung für das ganze Team und wird wärmstens allen Studierenden empfohlen.
Bei der 16. Auflage des FIAMC traten für das Team der LMU Liv Zinner, Alexander Kopylov, Leona Wittig und Maxima Hubbes an.
Der diesjährige Sachverhalt beruhte auf wahren Ereignissen in Kamerun zu Zeiten der Kolonialisierung. Das Deutsche Reich ließ den damaligen König des Duala-Volkes in Kamerun, König Rudolf Manga Bell, kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges festnehmen und hinrichten, nachdem dieser sich gegen die Enteignungen durch das Deutsche Reich öffentlich aussprach und diese verhindern wollte. Sein Sohn und Nachfolger, Alexandre Manga Bell, leitete nach Ende des Ersten Weltkrieges sodann ein schiedsgerichtliches Verfahren gegen Frankreich ein. Frankreich übte zu diesem Zeitpunkt sein vom Völkerbund übertragenes Mandat über Teile Kameruns aus.
Die Schwerpunkte lagen u.a. bei prozessualen Fragen schiedsgerichtlicher Verfahren sowie bei der Auslegung des Versailler Vertrags und einer Vereinbarung zwischen dem Deutschen Reich und Kamerun.
Zunächst wurden knappe Schriftsätze, sog. „Skeleton Arguments“ über die dogmatischen Fragen erarbeitet und Mitte Mai eingereicht. Danach folgte die Vorbereitung auf den Wettbewerb, in welchem das Team den Pre-Moot in Wien am Vienna International Arbitral Centre besuchte. Dort hatte das Team der LMU die Möglichkeit, den Ablauf des Wettbewerbs kennenzulernen und gleichzeitig auch mit Gruppenmitgliedern anderer Teams in Kontakt zu treten. Zudem gab es weitere Gelegenheiten zur Vorbereitung auf den Wettbewerb durch Probe-Pleadings vor verschiedenen Großkanzleien sowie mit dem Team der Frankfurter Goethe-Universität.
Der Wettbewerb fand zwischen dem 11. und 14. Juni 2024 in Frankfurt am Main statt. In der Vorrunde trat die LMU gegen die American University Washington College of Law, die Koç University aus Istanbul und die Lomonosov Moscow State University an. Im Achtelfinale stand die LMU der indischen O.P. Jindal Global University aus Sonipat gegenüber. Im Viertelfinale konnte sich die LMU gegen die Singapore Management University behaupten und zog als letztes deutsches Team ins Halbfinale ein. Dort musste sich die LMU schließlich den Wettbewerbssiegern der Galatasaray University aus Istanbul geschlagen geben.
Das Team dankt dem Lehrstuhl für Völkerrecht und dem Verein Alumni und Freunde des Lehrstuhls e.V. für die freundliche Unterstützung. Das Team dankt auch Aurelius Cotta für die Organisation des diesjährigen FIAMC sowie allen Großkanzleien, die das Team finanziell oder durch Probe-Pleadings unterstützt haben: Gleiss Lutz, Gibson Dunn, Herbert Smith Freehills und CMS. Weiterer Dank gilt dem Team der Frankfurter Goethe-Univerität für die gelungenen Übungspartien. Der FIAMC war eine tolle Erfahrung für alle Teammitglieder und wird v.a. allen jüngeren Semestern empfohlen.
Erstmals seit 2013 nahm bei der 15. Auflage wieder ein Team der LMU, bestehend aus Luise Behring, Marie Hervol, Max Hopp und Bernhard Ingenlath, am FIAMC teil.
Der diesjährige Sachverhalt beruhte auf wahren Ereignissen in der Provinz Asia in der Spätphase der Römischen Republik im 1. Jhd. v. Chr.; eine indirekte Enteignung ließ einen römischen Kleininvestor ein schiedsgerichtliches Verfahren gegen die Stadt Priene anstreben. Verschiedene damit einhergehende rechtliche Problemstellungen waren mithilfe von modernem Investitionsschutzrecht zu lösen. Die Schwerpunkte lagen dabei auf prozessualen Fragen schiedsgerichtlicher Verfahren und der Auslegung bilateraler Investitionsschutzabkommen sowie der ICSID-Konvention, jedoch wurde auch das Staatsorganisationsrecht der Römischen Republik tangiert. Insgesamt neun einzelne Problemkomplexe waren von jedem Team jeweils aus Investoren- und Staatenperspektive vorzubereiten und dann in 60-minütigen Hearings vor einem Schiedstribunal zu vertreten.
Nachdem der Sachverhalt im Februar publiziert worden war, folgte eine Phase des Einarbeitens in die dogmatischen Fragen und einschlägiges Case Law. Im Mai hatten die Teams die „Skeleton Arguments“, einen knappen Schriftsatz, einzureichen. In Vorbereitung auf den Wettbewerb nahm das Team der LMU am Ende des Monats zudem an einem von DLA Piper veranstalteten Pre-Moot in Mailand teil. Nicht nur fachlich brachte diese Reise das Team einen großen Schritt weiter, sondern sie beinhaltete obiter kulturellen und landschaftlichen Hochgenuss sowie eine gute Gelegenheit zum intensiven Austausch mit den Gruppenmitgliedern anderer Universitäten.
Der Wettbewerb selbst fand vom 27. Juni bis zum 30. Juni 2023 in den Räumlichkeiten diverser Kanzleien sowie des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt am Main statt. Umrahmt war der Wettbewerb von einer Konferenz des „ICC Young Arbitrators Forum“, die allen Teilnehmern des Moot Courts offenstand; zudem erhielten die Teilnehmer der besten vier Teams einen Kurz-Lehrgang zu Befragungsstrategien im schiedsgerichtlichen Kreuzverhör.
Nach drei gewonnenen Partien in der Vorrunde stand die LMU im Achtelfinale der Frankfurter Goethe-Universität gegenüber. Es folgte als Viertelfinalgegner die Universität Ljubljana, danach war die LMU das letzte verbliebene europäische Team. Im Halbfinale konnte das Duell mit der National University of Singapore gewonnen werden. Im Finale musste sich das Team der LMU im vollbesetzten Vortragssaal des Max-Planck-Instituts schließlich knapp den Vertretern der indischen Symbiosis Law School geschlagen geben. Luise Behring wurde für ihre rhetorische Einzelleistung im Finale als „Best Oralist“ ausgezeichnet und setzte damit dem unerwartet guten Abschneiden des Teams die Krone auf.
Schlüssel zum Erfolg war zum einen eine gewisse – eventuell genuin der deutschen juristischen Ausbildung entstammende – methodisch-dogmatische Strenge bei der Abhandlung der Rechtsprobleme, die einigen Teams aus Common-Law-Systemen schwerfiel. Zum anderen ermöglichte ein exzellentes Teamwork eine hohe Reaktivität auf die Argumente der Gegenseite und die Fragen des jeweiligen Tribunals. Eine gewisses Faible für die Antike schadete ebenfalls nicht… Auch im zeitintensiven fortgeschritteneren Teil des Jurastudiums ist dieser Moot-Court gut neben den Studienverpflichtungen durchführbar. Neben einem soliden Grundwissen im Investitionsschutzrecht sind grundsätzliche juristische Argumentationsfähigkeit, Rhetorik und Spontaneität entscheidender für den Erfolg als das Auswendiglernen großer Mengen an Case Law.
Das Team dankt dem Lehrstuhl für Völkerrecht und der Kanzlei Seven Summits Arbitration für die freundliche Unterstützung und ermuntert jüngere Semester zur Teilnahme in den kommenden Jahren!